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Heute mal ein Post über meine große Liebe zu Fotos im Polaroid-Style – ich sehe nur noch im Quadrat!

Ich bin kein Fotograf aber ich liebe Fotos: Selbstgeschossen oder von echt guten Fotografen – mir egal – Hauptsache sie lösen in mir irgendeine Emotion hervor. Zum Beispiel Freude, Erinnerung, Liebe oder auch Appetit, Fernweh etc. Es gibt aber auch Bilder, die extrem gut sind, weil sie eine große Traurigkeit auslösen oder Melancholie, manchmal sogar Ekel und Entsetzen. All diese Bilder müssen keineswegs perfekt sein – im Gegenteil. Imperfektion wirkt weniger inszeniert und spontan und ist deshalb schön, weil es einfach authentisch ist!

Bis zur Geburt meiner Tochter war ich einige Jahre als Bildredakteurin tätig. Weil ich in meinem Job als Modedesigner einfach keinen Job fand habe ich einen Quereinstieg gewagt und für verschiedene Magazine gearbeitet. Das war das Beste, was mir passieren konnte! Denn nur dadurch habe ich neben dem Journalismus auch meine Liebe zu Bildern wiederentdeckt.

Diese Leidenschaft – Sie war mir irgendwie abhanden gekommen. Während meiner Schulzeit habe ich in einer Foto AG gelernt wie man mit der analogen Spiegelreflexkamera umgeht, wie man einen Film entwickelt und wie man – und das fand ich immer am spannendsten – ein Foto entwickelt. In diesem Stadium hat man super viele Möglichkeiten die Bildaussage in eine bestimmte Richtung zu drehen – alleine über die Einstellung der Kontraste, der Farbsättigung und durch die Auswahl des Bildausschnittes.

>>>   ZACK –  AUS UND VORBEI – DIE WELT DREHT SICH WEITER  <<<

Irgendwann kamen dann ja richtig gute Digitalkameras und bessere Bildbearbeitungs-Programme auf den Markt, mit denen man all diese Schritte in super kurzer Zeit nachahmen konnte. Magazine und Fotografen hatten natürlich richtig tolle Möglichkeiten jetzt! Und der Normalo musste seine tausend Fotos nicht mehr teuer entwickeln lassen, sondern konnte die hochauflösenden Bilder einigermaßen platzsparend auf seinem Rechner sammeln.

Dieses Analoge DIY-Ding war nun vorbei und ich begann viele Bilder noch digital selber nachzubessern. Baute Köpfe von Foto A auf die Klamotte von Foto B und pimpte mein Make-up & die Frisur auf dem einen oder anderen Bewerbungsfoto. EASY! Und auch ich hielt meine Urlaubsbilder nun nicht mehr in den Händen, sondern lagerte sie massenhaft in digitaler Form.

>>>   GRRRRR   <<<

Aber genau das ging mir nach ein paar Jahren so richtig auf die Nerven, ich fand es regelrecht belastend: Dieses Ansammeln von Milliarden Bildern, das Anhäufen von zig Ordnern und Unterordnern! – „Warte, dieses 15.Bild der XY Situation behalte ich vorsichtshalber – nimmt ja auch keinen Platz weg!“.

Und die Tatsache, dass jedes Zeitschriften-Cover gefaked ist, dass die Brüste von XY viel zu prall und der Hautteint von XY viel zu dunkel ist – Dass alles total künstlich und inszeniert ist! Zu viel Perfektion langweilt mich auf Dauer – SCHNARCH!

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>>>   QUADRATISCH PRAKTISCH GUT    <<<

Mit dem Bedürfnis nach weniger Perfektionismus und weniger Ballast war ich offensichtlich nicht alleine. Denn tatsächlich kam ja nur kurze Zeit später der Polaroid-Style Hype – Seit wir alle mit der Kamera im Smartphone rumlaufen JUHU! Herrlich unperfekt mit dem Style vergangener Jahrzehnte. Ich muss nun kein Fotograf mehr sein um geile, charmante Bilder zu machen!

>>>   I LOVE IMPERFECTION   <<<

Wie damals in der analogen Welt kann man nun super easy Bildausschnitt, Kontraste und Farben verändern, einen Filter darüberlegen und richtig tolle Stimmungen zaubern YEAH! Irgendwie hat sich mein Kreislauf wieder geschlossen und ich kann das, was ich am Bild-Entwickeln so liebte, ganz schnell mit meinem Smartphone nachmachen. Viel viel schneller, aber genauso kreativ.

>>>   ENDLICH KEINEN BALLAST   <<<

Mein persönlicher Lieblings-Nebeneffekt : Zwar hat man nach wie vor viele Fotos einer Situation. Allerdings wähle ich nun relativ zeitnah und gezielt die besten Bilder aus, ziehe sie durch meinen favorisierten Filter und lösche den Rest der Bilder. Das alles geht so fix! Am Ende habe ich kein riesiges Sammelsurium an Fotos, sondern nur die Allerbesten!

>>>   ICH WILL DIE ERINNERUNGEN AN MEINEN WÄNDEN   <<<

Und diese besten Bilder will ich jeden Tag anschauen können um mich an schöne Momente zu erinnern: Darum lasse ich sie total gerne ausdrucken – um sie voll oldschool in ein Fotoalbum zu kleben, sie an die Wände zu hängen oder als Fotobuch zu verschenken! Das geht übrigens ganz wunderbar im Onlineshop von FotoPremio !

Fotografierst du auch gerne oder hast eine Leidenschaft nach vielen Jahren wiederentdeckt? Schreib mir!

Alles liebe deine, Heike